Entstehung "Diakonische Stadtarbeit Elim"

Während vieler Jahre beherbergte der Claragraben 141/143 das Altersheim „Abendfrieden“. 1991 stellte dieses seinen Betrieb ein. Im Jahr 1993 erwarb der Diakonieverband Ländli in Oberägeri, welcher u.a. das Altersheim „Ländliheim“ in Basel betreibt, dieses Haus sowie weitere, zum Gesamtkomplex gehörende Liegenschaften. Die Leitidee war, diese Häuser für weiterführende diakonische Zwecke zur Verfügung zu stellen.

 

Dr. med. Michel Pickman, langjähriger Prä­sident der Diakonischen Stadtarbeit ELIM, wurde vom „Ländli“ angefragt, ob in dieser Liegenschaft ein diakonisches Projekt gestartet werden könnte. Der Gedanke, eine niederschwellige Arbeit in der Stadt Basel zu beginnen, konkreti­sierte sich. Verschiedene Leute aus mehreren Landes- und freikirchlichen Gemeinden fanden sich zusammen und begannen, an einer gemeinsamen Vision für das Kleinbasel zu arbeiten. Anfangs 1997 erfolgte die Gründung des Vereins „Diakonische Stadtarbeit Elim“. Sie ist in die drei Bereiche Haus, Gassenarbeit und Café unterteilt, wobei später noch weitere Bereiche dazukamen.

Zu dieser Zeit waren die Räumlichkeiten des heutigen Hauses ELIM von Drogensüchtigen belegt und teilweise überfüllt. Die Poli­zei drohte, das Haus zu schliessen, wenn nicht klare Veränderungen stattfänden. So wurde für die Betreuung der BewohnerInnen und für die Führung des Hauses schrittweise entsprechendes Personal angestellt. Ganz wichtig war die Einrichtung einer Nachtwache, die für Sicherheit und Ordnung sowie das Unterbinden von „Dealen“ und Gewalt sorgte.
Seit Mitte 1997 ist die Diakonische Stadtarbeit Elim im Claragraben 141 eingemietet. Das mittlerweile umgebaute und sanierte Haus weist insgesamt 29 Zimmer auf, die hauptsächlich von Leuten aus der Gasse bewohnt werden. Zusätzlich konnte eine Wohnung am Claragraben 145 dazugemietet werden, die als eine kleine Männer-Wohngemeinschaft gedacht ist.

Zum Bau

Anfangs 1998 begannen wir mit dem Umbau des Hauses.

 

Peter Gysin, der die Bauleitung übernahm, beschreibt dies wie folgt: Der erste Eindruck des Ge­bäudes war dunkel, bedrückend, und der Verwesungsgeruch einer Rattenvernichtungsaktion schwebte über dem Ganzen...

Das Grundkonzept sah vor, dass das Haus während der Umbauphase weitgehend bewohnt blieb, so dass die Hausbewohner zur Mitarbeit motiviert und in die Bauarbeiten einbezogen werden konnten. Daneben verstärkte eine Gruppe des Bepro (Beschäftigungsprogramm für Arbeitslose der Heilsarmee Basel) unter der Leitung von Christoph Stauffer unser Bauteam mit vier bis sechs Arbeitern.

Es verstrich fast ein halbes Jahr, bis der erste Mitarbeiter aus dem ELIM gewonnen werden konnte. Dies war übrigens eine Frau, die für andere zum Vorbild und zur Motivation wurde!
Bautechnisch haben wir als erstes die neue Steigzone eingerichtet und dann das Haus halb-stockweise von oben nach unten saniert. Die fertigen Zimmer wurden umgehend bezogen. Diese Bauweise hat es ermöglicht, dass das Haus während der Bauphase immer zu minde­stens 2/3 belegt war. Diese Struktur hat das Arbeiten interessant, aber auch nicht ganz einfach gemacht. Das Haupt­problem war, dass wir nicht genügend Mitarbeiter hatten, was sich auf die Bauzeit auswirkte. Einzelne Leuten vom Haus haben toll mitgearbeitet und so zur gelungenen Arbeit stark mitgewirkt.

Im Haus hat sich viel verändert: die alten Tapeten sind weg, die das Ganze dunkel erscheinen liessen. Von der alten Industriewaschmaschine konnten wir uns mit freudigem Herzen verab­schieden, denn sie war am Schluss nur noch mit heftigen Fusstritten und einer besonderen Technik zuzumachen. Der Staub ist auch weg von unseren Kleidern und Schuhen, und die Zeiten, wo drei bis fünf und manchmal mehr Personen in einem Büro waren, sind auch vorbei!

 

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